Das neue Bild des Bocksbeutels

//  05.03.2016

Der neue BocksbeutelPS...
wir werden in letzter Zeit oft gefragt, was wir denn von der neuen Flasche halten. Hier denn eine (vorläufige) Stellungnahme:
Ehrlich gesagt, für uns kommt da keine neue Flasche auf den Markt, sondern lediglich eine modernisierte Neuauflage. Die Silhuouette, und damit das eigentliche Merkmal des Bocksbeutels, bleiben nämlich erhalten. Und auch das Qualitätsversprechen wird davon nicht berührt, wenngleich dieses mit 72° Öchsle und 2,0 von 5 Punkten bei der obligatorischen Qualitätsweinprüfung aktuell nicht besonders hoch ist. Mit dem neuen BBPS ändert sich hier jedoch etwas Grundlegendes: die Verwendung ist nicht mehr grundsätzlich jedem fränkischen Weinerzeuger erlaubt. Die Lizenzrechte liegen für die neu designte Flasche beim fränkischen Weinbauverband. Dadurch hat die fränkische Weinwirtschaft, die ohnehin auch in der Fläche ein extrem hohes Qualitätsniveau erreicht hat, ein mächtiges Druckmittel gegen schwarzen Schafe.
Natürlich sorgt es uns Privatwinzer, die ihre fränkischen Klassiker aus steilen und steilsten Lagen in den Bocksbeutel füllen, wenn andere Betriebe ihre jungen, frischen und leichten Gutsweine in diese Flasche packen. Liegt hier ein Kommunikationsproblem vor? Oder müssen wir selbst endlich akzeptieren, dass leichte, unkomplizierte Weine dem Qualitätsgedanken an sich genauso entsprechen können, wie schwere, terroirgeprägte Flaggschiffe?
Mehr als alle anderen Weinbauregionen ähnlicher Größe in Deutschland ist die fränkische in ihren Betriebsstrukturen heterogen und nach wie vor einem starken Wandel unterzogen. Dennoch müssen sich alle Akteure der fränkischen Weinwirtschaft unter einem Dach wiederfinden. Dieses kann, alleine schon wegen der begrenzten Anbaufläche und den herausfordernden Produktionsbedingungen, nur die Qualität des Frankenweins sein. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass auf allen Seiten, vom VDP Weingut bis zur großen Genossenschaft, Rücksicht genommen werden muss.
Was bedeutet das für unseren Betrieb? Der Anteil von Weinen im Bocksbeutel ist in den letzten 10 Jahren tendenziell etwas gestiegen, was sicherlich auch mit unserem verstärkten Qualitätsstreben zu tun hat. Uns gefällt der BocksbeutelPS grundsätzlich sehr gut und wir finden die Auffrischung sehr gelungen. Auch sehen wir große Chancen durch die qualitätssichernde Lizenzmacht beim fränkischen Weinbauverband, der hier die Funktion eines Konsortiums einnimmt. Die technische Umsetzung in unserem Betrieb, wie auch in den meisten Betrieben ähnlicher Größe halten wir für ohne weiteres machbar. Besonders die ältere Generation hat oft eine ausgeprägte Leidenschaft fürs Tüfteln an Maschinen und Geräten.
Allerdings haben wir ohnehin noch ein ganzes Jahr Zeit, uns über das Für und Wider Gedanken zu machen. Denn der 2015er Jahrgang ist bereits vollständig auf Flaschen gefüllt und die ersten BBPS werden wohl erst im Juni zu haben sein. Somit können wir frühestens den 2016er Jahrgang auf die neuen Bocksbeutel füllen. Und wenn nichts unvorhergesehenes dazwischen kommt, werden wir das auch tun.

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